AbGEZockt

Heute war ich schon tierisch sauer! Und zwar auf die GEZ.

Als guter Bundesbürger zahle ich natürlich auch brav meine Rundfunkgebühren (über deren Sinnhaftigkeit man zwar auch diskutieren kann, aber das soll gar nicht Gegenstand dieses Beitrags sein). Da ich ein sehr musikalisch geprägter Mensch bin und eigentlich am liebsten immer und überall Musik höre, habe ich mir natürlich auch im Büro ein Radio aufgestellt. Und selbstverständlich ebenfalls brav angemeldet. Obwohl ich das eigentlich eine Frechheit finde, denn ich habe schließlich schon zuhause ein Radio angemeldet und wenn ich im Büro bin, kann ich ja nicht noch gleichzeitig zuhause Radio hören. Aber egal! Man will ja korrekt sein …

Nun begab es sich aber in diesem Sommer, dass unsere Abteilung innerhalb des Firmengebäudes umzog (ein äußerst beliebter Zeitvertreib in unserem Hause …). 😉 Für mich und die anderen Kollegen aus meinem Team bedeutete das ganz konkret der Umzug aus 3er-Büros in ein 8er-Großraumbüro. Juchu! 😦

Unangenehmer Nebeneffekt der neuen, verschärften Raumsituation: aufgrund des ohnehin schon oft überdurchschnittlich hohen Lautstärkepegels in unserem Raum wurde ich von einigen Kollegen mehrmals nachdrücklich gebeten, das Radio leiser zu drehen, bzw. spätestens bei Werbung und Nachrichten („Gequatsche“) es ganz abzustellen. Ende Oktober fügte ich mich schließlich in mein Schicksal und beschloss, das Radio wieder mit nach Hause zu nehmen und nicht länger unnütz Gebühren zu zahlen, sprich: das Gerät bei der GEZ abzumelden!

Also besorgte ich mir den offiziellen Formularvordruck zum Abmelden von Geräten, füllte ihn aus und schickte ihn Ende Oktober an die GEZ. Als Grund der Abmeldung gab ich auf dem Formular „Umzug in ein Großraumbüro“ an, in der Ansicht, dies würde meine Situation und Beweggründe ausreichend erklären. Doch ich hatte die Rechnung ohne die Erbsenzähler von der GEZ gemacht …

Im Laufe dieser Woche flatterte mir ein Schreiben von der GEZ mit folgendem Wortlaut ins Haus:

Sehr geehrter Herr symBadisch,

Sie melden das Radio am Arbeitsplatz ab. Wir haben vorerst keine Abmeldung vorgenommen.

Eine Abmeldung können wir nur durchführen, wenn Sie an Ihrem Arbeitsplatz kein Radio mehr zum Empfang bereithalten. Sollte dies der Fall sein, bitten wir um erneute Mitteilung.

Mit freundlichen Grüßen

GEBÜHRENEINZUGSZENTRALE

Zunächst war ich von dieser Aussage etwas verwirrt. In den Bestimmungen, aus denen sich die Gebührenpflicht für Rundfunkgeräte ableitet, heisst es ja ganz klar, dass nicht bei Nutzung, sondern bereits beim Bereithalten eines Gerätes zum Rundfunkempfang dieses angemeldet werden muss. Deshalb war mir natürlich auch klar, dass das im Umkehrschluss bedeutet, dass ich das Gerät nach dem Abmelden nicht mehr am Arbeitsplatz bereithalten darf. Ein entsprechender Hinweis prangt auch auf dem Abmeldeformular, direkt über dem Feld für die Unterschrift!

Also beschloss ich, den Sachverhalt telefonisch zu klären, was ich dann auch heute vormittag versuchte. Der freundliche junge Mann am anderen Ende der Hotline erklärte mir dann letztendlich nach Sichtung meiner Unterlagen, dass eine Abmeldung meines Gerätes nicht vorgenommen wurde, weil aus meiner Begründung nicht hervorging, dass ich das Radio nicht weiterhin am Arbeitsplatz bereithalte. Als ich ihm dann meine neue Arbeitsplatzsituation detailliert geschildert und erklärt hatte, dass ich das Radio schon bereits seit der Abmeldung mit nach Hause genommen habe und dass das doch wohl selbstverständlich ist, kam dann noch der nächste Hammer: er könne auch leider an dem Formular nichts ändern und deshalb wäre es unbedingt notwendig, dass ich nochmal ein neues Formular ausfülle, diesmal mit dem expliziten Hinweis, dass ich an meinem Arbeits nicht mehr länger ein Radiogerät zum Empfang bereithalte.

Ähh … hallo? Geht’s noch??? Das ist doch die pure Schikane!!! Ganz abgesehen davon, daß ich das Radio ja ursprünglich auf Ende Oktober abmelden wollte und nun also noch mindestens den November bezahlen kann, da ja eine Abmeldung jeweils nur zum Monatsende und grundsätzlich auch nicht rückwirkend möglich ist …

Da der Typ von der Hotline aber sehr freundlich war und ich ja auch weiß, dass diese Leute die Bestimmungen nicht gemacht haben, habe ich dann davon abgesehen, meinen Zorn an ihm auszulassen. Obwohl ich wirklich gerne jemanden richtig zur Sau Schnecke gemacht hätte! Ich bin eben einfach zu gut für diese Welt … 😉

So wird mir wohl also nichts anderes übrig bleiben, als mich ein weiteres Mal in mein Schicksal zu fügen und nochmal ein GEZ-Abmelde-Formular auszufüllen – in der Hoffnung, dass diesmal an meiner Begründung nichts mehr zu rütteln ist. D.h. natürlich vorausgesetzt, das Formular geht vorher nicht zufällig verloren. Das soll bei der GEZ ja auch häufiger passieren. Nur merkwürdig, dass das bei den Anmelde-Formularen offenbar wesentlich seltener der Fall ist …

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4 Antworten

  1. Das ist echt die pure Schikane. Und gegen sowas kann man überhaupt nichts machen… Das ist doch Mist. Mein Mitgefühl hast du jedenfalls. Ich kenne auch so viele Leute, die keine Gebühren zahlen, weil sie irgendwas einfach nicht angemeldet haben oder nur ein Radio oder so was…

  2. Mir gings genauso wie Dir, nur mit dem Fernseher… in die Begründung schrieb ich „kanns mir nicht mehr leisten“ oder so ähnlich, ebenfalls in gutem Glauben, da ja explizit darauf hingewiesen wurde, nach Abmeldung des Geräts ebendieses nicht mehr bereithalten zu dürfen.
    Ich hab dann einfach zurückgeschrieben, dass das eine Unverschämtheit ist und ich sicherlich nicht einen Monat länger die Gebühr bezahlen werde (bei denen niemals einen Dauerauftrag oder gar Einzugsermächtigung einrichten!), da ja aus dem Formular ganz klar hervorgeht usw.
    Das ist pure Absicht der GEZ. Die spekulieren darauf, dass die Leute nicht nochmal extra hinschreiben „weil ich das Gerät nicht mehr bereithalte“; in den meisten Fällen springt dabei ja auch ein Monat länger Gebühr raus.
    In meinem Fall hats geklapt, hab tatsächlich die Abmeldebestätigung bekommen und danach nie wieder was von denen gehört, aber ich würd mich nicht drauf verlassen und lieber nochmal eine „korrekte“ Abmeldung schicken.

  3. Das sind sie nun mal, die kleinen Tricks. Da hilft nur hartnäckig bleiben und ruhig Blut bewahren. Die GEZ lässt mich zwar in Ruhe, dafür war es bei mir die Landwirtschaftliche Berufsgenossenschaft Rheinland-Pfalz. Die wollten mich zum Bauern machen, weil meine Großmutter irgendwo irgendwelches Brachland besaß und die dachten, ich züchte dort im Dickicht Kartoffeln oder so.

    Schriftsätze mit solchen Typen pflege ich immer mit meinem Assessor iur. – Titel zu unterschreiben. Da war der Wisch wenigstens für etwas gut.

  4. Danke für die zahlreichen Mitleidsbekundungen!

    Was mich halt am meisten ärgert ist, dass ich ja keiner von denen bin, die ihre Geräte komplett abmelden, sondern dass ich ja meine Privatgeräte weiter bezahlen werde und nur das Radio am Arbeitsplatz abmelden will und trotzdem wirft man mir Knüppel zwischen die Beine!

    Heute habe ich jetzt jedenfalls das 2. Formular rausgefaxt, mit einer detaillierten und stichhaltigen Begründung, an der es eigentlich nichts mehr zu deuteln geben sollte. Naja, warten wir’s ab!

    Falls es noch weitere Probleme geben sollte, sehe ich mich wohl gezwungen, mich auf Dich zu berufen, Ini … 😉

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